Mehr Zeit für’s Wesentliche – das ist der Slogan des Magazins emotion Slow. Und was ist wohl wesentlich für mich? Na klar, schlafen. Diese Lebenseinstellung habe ich in einem Gastartikel festgehalten. Wer Lust hat, den Beitrag nachzulesen kann das hier tun.

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Liegen bleiben

Willkommen im Wolkenpalast: Autorin und Bloggerin Katharina erklärt, warum schlafen einfach traumhaft ist. Eine Liebeserklärung

Warme Socken überziehen, eine Tasse Tee auf dem Nachtkästchen und ein Buch in der Hand. Mehr brauche ich nicht, um glücklich zu sein. Denn immer, wenn ich so eingekuschelt daliege, weiß ich: Gleich ist Schlafenszeit – meine liebste Zeit des Tages. Ich bin Katharina, und schlafen ist mein größtes Hobby. Schon immer war ich eine Träumerin und Schlaf mein Wolkenpalast. Früher als sich die anderen Kinder, unter Tränen gegen das Mittagsschläfchen sträubten, hatte ich mich bereits in der Spielecke zusammengerollt und die Augen geschlossen. Ich wollte und konnte überall ein Nickerchen machen. Heute, zwanzig Jahre später, ist das immer noch so.

Natürlich muss nicht nur ich, sondern jeder Mensch schlafen. Aber nicht alle können das so gut wie ich. Fast jeder zweite Erwachsene in Deutschland schläft häufig schlecht. Und die meisten leiden sehr darunter. Andere wiederum wollen gar nicht schlafen. Sie finden die Nachtruhe überflüssig, ein notwendiges Übel, das man dummerweise erledigen muss, ein bisschen, wie den Müll runterbringen.

Und dann gibt es die Menschen, die Schlafen mit Faulsein verwechseln. Aber schon Pipi Langstrumpf wusste: Faulsein ist wunderschön. Aber eben nicht existenziell. Schlaf hingegen schon. Wenn er fehlt, funktionieren wir nicht mehr. Deshalb müssen wir ihn wieder als das wahrnehmen, was er ist: ein wundervoller Teil unseres Lebens.

In anderen Bereichen legen wir schließlich auch viel Wert auf Entschleunigung, essen Slow Food, trinken grüne Smoothies, entspannen beim Yoga, versuchen, zu uns selbst zu kommen. Warum aber geben wir der Nachtruhe so wenig Raum, glauben der Mittagschlaf sei nur was für Rentner und ein kleines Nickerchen zwischendurch ein Zeichen von Schwäche?

Meine Liebe zum Schlaf erreichte ihren Höhepunkt als ich studierte. Nein, nicht weil Studenten nichtsnutzige Träumer sind. Sondern weil ich während dieser Jahre lernte, auf meine innere Uhr zu achten und nach ihr zu leben. Ich konnte selbst bestimmen, wann ich arbeitete. Und das tat ich. Immer dann, wenn ich mich wirklich leistungsfähig fühlte, setzte ich mich an den Schreibtisch. Wenn ich spürte, dass ich nicht in Form war, sorgte dich dafür, dass ich in Form kam, indem ich mir Ruhe gönnte. Dem eigenen Rhythmus zu folgen fühlt sich anfangs vielleicht befremdlich an. Aber eigentlich nur deswegen, weil die anderen es nicht auch tun.

Der Schlaf liegt mir so sehr am Herzen, dass ich sogar den Blog diewillnurschlafen ins Leben gerufen habe. Als ich meinen Freunden erzählte, dass ich einen Blog plante, überschlugen die sich mit Vorschlägen für Themen: Ich könnte doch über aufregende Sportarten berichten, Mode oder Rezepte besprechen, ferne Länder bereisen. Man kann sich vorstellen, wie groß das Gelächter war, als ich schließlich offenbarte, worum es wirklich gehen sollte.

Kann man jemandem Geheimnisse entlocken, wenn er im Schlaf spricht? Kann man vorschlafen? Und was ist gesünder: mit oder ohne BH die Nacht zu verbringen? All das sind Fragen, die mich interessieren. Einmal führte ich ein Interview mit einem blinden Mann und wollte von ihm wissen, wie er träumt. Vor allem mit dem Gehör und Tastsinn, erzählte er mir. Interessant fand ich auch, dass die Schlafposition von Paaren viel über ihre Beziehung verraten soll. Angeblich herrscht bei Menschen, die in der Löffelchen-Stellung schlafen, eine starke sexuelle Anziehungskraft und großes Vertrauen.

So, nun wird es aber Zeit für mich. Bin gespannt, was es morgen früh Neues zu erzählen gibt. Gute Nacht.

Bildquelle: Alle Bilder aus dem Artikel sind im Credit des Artikels vermerkt, Titelbild von pexels über CC0

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