Das sind Omas beste Hausmittel gegen Unruhe, Schlafstörungen und Schlaflosigkeit.

Wer Probleme beim Ein- oder Durchschlafen hat, der weiß, wie kräfte- und nervenraubend unruhige Nächte sein können. Aus Verzweiflung greifen viele dann zu Schlafmitteln, die jedoch schnell abhängig machen. Deutlich schonender für den Körper sind Mittel aus der Natur, die bereits unsere Omas kannten und die sich bewährt haben.

Heilpflanzen, Fußbäder und ein süßer Schlummertrunk: Das sind die 4 besten Hausmittel gegen Schlaflosigkeit:

 

1. Hopfen und Baldrian

Als schmackhafter Bestandteil von Bier ist Hopfen wohl bekannt. Weniger populär ist er jedoch für eine beruhigende Wirkung. Die Inhaltsstoffe der Hopfenblüten haben einen ähnlichen Effekt wie das Schlafhormon Melatonin, das uns müde macht. Deutlich bekannter für seine beruhigende Wirkung ist die Heilpflanze Baldrian, die häufig bei innerer Unruhe oder in Stresssituationen wie Prüfungen zum Einsatz kommt. Baldrian ist aber auch ein Helfer bei Einschlafstörungen und diese schlaffördernde Wirkung wollen wir gerne nutzten:

Wie wende ich Hopfen und Baldrian bei Schlafstörungen an?

Am besten genießt man sich allabendlich einen Hopfenblütentee mit Baldrian auf: Einen Teelöffel Baldrianwurzel und 3-4 Teelöffel geriebene oder ganze Hopfenzapfen (gibt’s beides im Reformhaus) in eine Teetasse geben und mit heißem Wasser übergießen. Eine Viertelstunde ziehen lassen und danach trinken.

Zugegeben: Gerade der Geschmack von Baldrian ist gewöhnungsbedürftig, da er sehr bitter ist. Deshalb ist reiner Baldrian-Tee auch nichts für jedermann. Aber die Mischung macht’s – sind Baldrian und Hopfen in der Tasse, ist der Geschmack deutlich besser.

Auch die Drogerien oder Apotheken bieten schlafförderne Pillen und Pulver an. Häufig als Kombi-Präperate aus Hopfen und Baldrian – und das aus gutem Grund: Bisher gibt es kaum Studien, die eindeutlich gelegen, dass Hopfen allein als Schlafmittel taugt. Es könnte sich auch um einen psychologischen Effekt handeln. In Kombination mit Baldrian ist die Forschung sich jedoch einig: Hopfen und Baldrian sind ein super Team, da sie jeweils anders wirken und uns in Summe wunderbar müde machen.

Was bringen Baldrian und Hopfen?

Plötzliche Wunder sollte man sich bei der Behandlung von Schlafstörungen mit Hopfen und Baldrian jedoch keine erhoffen. Es braucht Zeit, bis die Heilpflanzen Wirkung zeigen: Nach etwa zwei bis drei Wochen sollte sich, bei regelmäßiger Einnahme, jedoch eine Verbesserung bemerkbar machen.

Aber es lohnt sich Zeit zu investieren, denn bisher sind noch keine Nebenwirkungen der Heilpflanzen bekannt. Und sie haben, wenn man sie vor dem Schlafengehen einnimmt, auch keine negativen Auswirkungen auf den nächsten Tag. Anders als manche Schlafmittel, die einen dauerhaft träge und müde machen. Sie sind also eine ungefährliche, natürliche Lösung, um Schlafstörungen zu behandeln.


2. Lavendel

Schon beim Gedanken an Lavendel kommen viele ins Träumen: Ein lilafarbenes Blütenmeer, mitten in der Provence, das sich bis zum Horizont erstreckt. Einfach nur traumhaft. Wunderbar ist aber auch was in der Heilpflanze steckt: Lavendel hilft bei gereizten Mägen und Verdauungsstörungen, sein Duft vertreibt im Kleiderschrank Motten und er wirkt beruhigend – bei innerer Unruhe, Ängsten, Stress oder Schlafstörungen.

Wie wende ich Lavendel bei Schlafproblemen an?

Wie bereits bei Hopfen und Baldrian kann mach sich auch aus Lavendelblüten einen beruhigenden Tee zubereiten: 1-2 Teelöffel getrocknete Lavendelblüten mit kochendem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen und dann vor dem Zubettgehen trinken.

Aber es muss nicht immer nur Tee sein: Auch ein wohltuendes Bad mit Lavendel wirkt beruhigend und entspannend und besänftig das Gemüt und: Ca. 100 g getrocknete Lavendelblüten mit einem Liter kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Im Anschluss den Sud in die Wanne mit der gewünschten Temperatur geben, ins Bad steigen – und dann von blühenden Lavendelfeldern in Südfrankreich träumen.

Ein anderer Weg, um sich die beruhigende Wirkung des Lavendels ins Bett zu holen, ist ein Duftkissen. Dies gibt es fertig zu kaufen oder darf gerne auch selbst gebastelt sein. Alternativ zum Duftsäckchen kann man sich auch ein paar Tropfen Lavendelöl auf das Kopfkissen, den Pyjama oder in eine Duftlampe träufeln.

Was bringt Lavendel?

Lavendel ist nicht nur ein altbewährtes Hausmittel gegen Schlaflosigkeit, sondern zudem ein nächtlicher Beschützer. Da Mücken den Geruch von Lavendel nicht leiden können, vertreibt er die lästigen Blutsauger aus dem Schlafzimmer.

 

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3. Das Fußbad

Neben Heilpflanzen können auch andere Hausmittel helfen, um endlich wieder Ruhe zu finden: Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts empfahl Pfarrer Kneipp Menschen mit Einschlafproblemen ansteigende Fußbäder – also Bäder, die langsam wärmer werden. Diese beruhigen nicht nur, sondern haben laut Kneipp auch eine wohltuende Wirkung auf Körper, Geist und Seele.

Wie wende ich Fußbäder bei Schlafproblemen an?

Die schlaffördernden Fußbäder werden vor dem Schlafengehen angewandt und sind recht einfach umzusetzen: Befülle eine Fußwanne oder einen großen Eimer mit etwa 33 °C  warmen Wasser. Dort werden nun die Füße eingetaucht und, Schritt für Schritt, heißes Wasser nachgegossen. Langsam die Temperatur steigern, bis sie, nach etwa einer halben Stunde, den Höhepunkt erreicht hat. Dann die Füße aus dem Bad nehmen.

Im Anschluss werden die warmen Füße kurz mit kaltem Wasser abgebraust, bevor man sie abtrocknet, warme Kuschelsocken überzieht – und sich schnell schlafen legt. Nun spürt man eine angenehme Wärme an den Füßen, die sich im ganzen Körper breit macht und entspannend wirkt.

Was bringen Fußbäder?

Ein schrittweise wärmer werdendes Fußbad sorgt dafür, dass sich die Gefäße in den Beinen und an den Füßen weiten. Dies fördert die Durchblutung und sorgt für das Wohlgefühl, das entspannend wirkt. Und Entspannung ist der Schlüssel zu gutem Schlaf.

Aber Vorsicht: Nicht für jeden sind die wärmen Fußbäder empfehlenswert. Gerade Menschen, die Probleme mit dem Kreislauf haben, an Krampfadern leiden, Gefäßerkrankungen oder Fieber haben, sollten darauf verzichten.


4. Heiße Milchen mit Honig

Jeder Mensch kennt unruhige und stressige Lebensphasen. Die Nerven liegen blank, innere Unruhe und Nervosität machen sich breit und lassen uns nachts wach liegen. Gegen das innere Aufgewühltsein, kann ein ganz einfaches Hausmittel gegen Schlaflosigkeit wahre Wunder wirken: heiße Milch mit Honig.

Wie wende ich heiße Milch mit Honig bei Schlafproblemen an?

Einfacher könnte die Anwendung kaum sein: Jeden Abend vor dem Zubettgehen – aber natürlich vor dem Zähneputzen – einen Löffel Honig in warmer Milch verrühren und dann trinken.

Im Idealfall verwendet man unbehandelten Bio-Honig. Der Honig aus dem Supermarkt ist, zumindest häufig, verarbeitet, sodass einige Inhaltsstoffe verloren gehen. Auch wichtig ist, dass die Milch nicht zu stark erhitzt wird – sie sollte stets handwarm bleiben. So bleiben die Nährstoffe auch nach dem Erwärmen erhalten.

Tipp: Wer möchte kann mit Gewürzen wie Zimt oder Vanille verfeinern.

Was bringt heiße Milch mit Honig?
Schon Oma wusste, dass Milch mit Honig hilft, und recht hatte sie: Denn Milch enthält „Melatonin“, auch bekannt als Schlafhormon. Dieses Hormon ist dafür zuständig, den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen zu steuern und wird, unter anderem, in der Zirbeldrüse gebildet. Die kleine Drüse im Zentrum des Gehirns wandelt bei Dunkelheit das am Tag, also bei Licht, gebildete Serotonin, auch bekannt als Glücks- oder Wohlfühlhormon, in Melatonin um. Und durch diesen Vorgang macht die Drüse Meldung, dass nun Schlafenszeit ist.

Das Melatonin wirkt wie ein natürliches Beruhigungsmittel. Auch der Honig fördert die Produktion von Melatonin. Die Stoffe im Honig werden im Körper umgewandelt, bis am Ende das Schlafhormon dabei herauskommt, das wunderbar müde macht.

Allerdings: Viele Forscher sind der Meinung, dass Milch mit Honig nur einen psychologischen Einschläferungseffekt hat. Denn die Dosierung des Schlafhormons Melatonin in der Milch sei viel zu gering, als dass es das Einschlafen messbar beschleunigen könnte, so die Kritik. Das soll uns aber nicht weiter stören. Denn am Ende gilt doch immer: Hauptsache, es funktioniert und wir schlafen endlich ein und dann die ganze Nacht durch. Und wer das allabendliche Glas Milch ritualisiert, dem wird es auch dauerhaft beim Einschlafen helfen.
Denn dem Körper helfen Rituale, die sich immer wiederholen, dabei abzuschalten. Es muss nicht zwingend die Gute-Nacht-Milch sein, auch ein kurzer Abendspaziergang oder Tagebuch schreiben können helfen.

Bildquelle: Brigitte Tohm auf Pexels über CCo-Lizenz

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