Während wir im Traum gegen gruselige Monster kämpfen oder über malerische Landschaften hopsen, liegen wir still und friedlich in unseren Betten. Warum eigentlich? Nachts erleben wir im Traum die wildesten Abenteuer: fliegen, kämpfen, jagen, küssen, singen und tanzen. Und währenddessen passiert – nichts. Egal wie spektakulär unsere Träume auch sind, wir liegen einfach nur still in unseren Betten und bewegen uns kaum. Der Grund für dafür ist ein Schutzreflex unseres Körpers.

Stammhirn an Körper: „Ceep calm and sleep“

Unser Stammhirn ist der älteste Teil unseres Gehirns. Es ist eine Art Steuerzentrale, die die überlebenswichtigen Funktionen wie unsere Atmung managt. Und zu diesen Basic-Aufgaben gehört auch, dass die im Traum entstehenden Muskelimpulse nicht an unsere Muskeln weitergeleitet werden. Sie werden einfach vom Stammhirn unterdrückt – nix da mit rumlaufen, schön liegen bleiben. Obwohl das Kopfkino auf Hochtouren läuft, liegen wir fast komplett bewegungsunfähig im Bett. Zum Glück, denn es gäbe auch ein riesiges Trara, wenn unser Körper alles, was er im Traum gerade leisten muss, einfach in die Realität übertragen würde. Ohne den körpereigenen Schutzreflex stünden die Chancen demnach nicht schlecht, dass wir während unserer wilden Träume nicht nur unseren Matratzennachbarn verprügeln, sondern auch noch aus dem Bett plumpsen oder mit voller Wucht gegen die Schlafzimmertür rennen, weil wir uns gerade einer Horde Ninjas stellen. „Fight Club“ wäre ein Kinderfilm dagegen.

Im Traum bewegen wir uns nicht, im Schlaf schon

Was ab und an aber dennoch vorkommt, ist, dass unsere Arme und Beine etwas zucken. Das ist ganz normal und muss uns keinen Grund zur Sorge geben. Wenn wir nicht gerade träumen, dann sind Bewegungen im Schlaf sowieso ganz normal: Jeder dreht und wendet sich, während er schläft. So verhindert unser Körper, dass zum Beispiel Adern durch unser eigenes Körpergewicht abgequetscht werden, wenn wir gerade in einer ungünstigen Position liegen. Im schlimmsten Fall könnten sonst Haut und Nerven an der Druckstelle absterben. Die konstante Bewegung während der Nacht war vor allem in einer Zeit wichtig, als wir noch auf dem harten Boden schliefen. Der Schutzreflex ist uns geblieben – und leistet auch auf der weichsten Matratze seinen ehrenwerten Dienst.

Bildquelle: Photo by Vladislav Muslakov on Unsplash

3 Comments

  1. TiSei 5. Oktober 2017 at 13:21

    Hey Katharina!
    Die Vorstellung, dass wir im Schlaf unseren Matratzennachbarn verprügeln oder mit voller Wucht gegen die Tür rennen, find ich ja schon witzig 😂 Aber nur wenns nicht mir passiert 😁

    Mich würde mal interessieren, wie das mit Schlafwandlern aussieht… Warum laufen die dann durch die Gegend? Träumen die da oder schlafen sie nur? Weißt du das?

    Liebe Grüße
    Tim

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    1. Katharina - Site Author 10. Oktober 2017 at 21:41

      Lieber Tim,

      sehr gute Frage! Ich glaub da mach ich mal einen Blog-Post dazu… Und dann gebe ich dir Bescheid.
      Liebe Grüße,
      Katharina

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