Das Schlafkonto auffüllen solange man die Zeit und Ruhe dafür hat – und später davon zehren. Geht das? Hier ist die Antwort.

Die Festivalsaison ist im vollen Gange. Und wer schon mal einen Konzertmarathon mitgemacht hat, der weiß, dass man sicher nicht ausgeschlafen zurückkommt. Lange Autofahrten, nächtelanges feiern und morgendliche Beschallung mit der Lieblingsmusik der Camp-Nachbarn. Ruhe? Fehlanzeige! Wie schön es da doch wäre, wenn man vorschlafen könnte so lange man noch Zuhause ist – aber geht das?

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Die Anwort ist: Nein, Menschen können nicht vorschlafen! Man muss sich Schlaf vorstellen wie ein Kreditkonto, sagt Biologie Till Roenneberg im Interview mit der SZ. Auf diesem Schlafkonto kann man kein Guthaben anhäufen – sondern nur Schulden machen. Hach, das kommt mir bekannt vor!

Das einzige was funktioniert ist, dass Konto wieder auf Null zu setzen indem man ausreichend schläft.  In unserer modernen Gesellschaft haben wir alle Schlafschulden, erklärt der Biologe. Wenn wir „vorschlafen“, häufen wir kein Guthaben an, sondern reduzieren nur den Schuldenberg – eigentlich müsste man also von „nachschlafen“ sprechen.

Für die Festivalsaison bedeutet das, dass man möglichst ausgeschlafen hinfahren sollte – so hält man vor Ort länger durch. Und nach dem Fest muss man seinen Schlafschuldenberg wieder minimieren, bevor man zurück zur Arbeit oder die Uni geht. diewillnurschlafen wünscht euch viel Spaß auf euren Festivals!

Herr Roenneberg ist Professor an der LMU München und befasst sich mit der Chronobiologie – also der inneren Uhr des Menschen.

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