Wer hilft dir bei Schlafproblemen?
Welche Ärzte und Therapeuten dir helfen können, wenn du schlecht schläfst.

Bekommst du kein Auge zu, obwohl du müde bist? Keine Sorge, damit bist du nicht allein. Und noch viel wichtiger: Es gibt Hilfe

Doch die zu finden ist im Dickicht aus Titeln und medizinischen Fachrichtungen manchmal gar nicht so leicht. Deshalb ist hier eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung, die dich durch den Dschungel aus Ärzten und Therapeuten leiten soll, damit du schnell die richtige Behandlung für deine Schlafprobleme findest.

Schritt Nr. 1: Sind deine Schlafprobleme überhaupt ein Fall für den Arzt?

Jeder hat mal eine unruhige Nacht oder erlebt Phasen, die einem den Schlaf rauben. Doch wenn Schlafprobleme immer stärker werden, häufiger vorkommen oder sogar dauerhaft bleiben, könnte eine Schlafstörung dahinterstecken. Und die ist immer ein Fall für den Arzt, denn Schlafstörungen können erste Folgen für deine Gesundheit haben. Fachleute sagen zu Ein- und Durchschlafstörungen Insomnie.

Wenn du mindestens dreimal pro Woche über einen Zeitraum von über einem Monat lang schlecht schläfst, solltest du zum Arzt gehen. Dabei ist egal, welche Art von Schlafproblemen dich plagen. Typisch sind etwa diese Anzeichen einer Insomnie:

  • Du brauchst abends lange, um einzuschlafen.
  • Du wirst nachts munter und bleibst dann lange wach.
  • Du schläfst unruhig, hast Alpträume, Angst oder Panik (Nachtschreck).
  • Du wachst morgens zu früh auf und kannst nicht wieder einschlafen.
  • Du fühlst dich am Morgen nicht ausgeruht, sondern müde und erschöpft.
  • Dich beschäftigt die Sorge vor dem Nicht-Schlafen-Können am Tag.
  • Du bist tagsüber gereizt, überfordert und unkonzentriert.

Schritt Nr. 2: Wer ist dein erster Ansprechpartner bei schlechtem Schlaf?

Bei Schlafproblemen kannst du dich zunächst an deinen Hausarzt wenden, denn genau dafür ist er da. Hausärzte sind, egal, welche Beschwerden du hast, immer deine ersten Ansprechpartner bei Gesundheitsfragen. Bestenfalls betreuen sie dich sogar längere Zeit und kennen daher auch deine medizinische Vorgeschichte, zum Beispiel welche Medikamente du nimmst oder ob du Vorerkrankungen hast.

Wenn du wegen Schlafproblemen in die Praxis kommst, wirst du in aller Regel erstmal ausführlich befragt werden, etwa über deine Schlafgewohnheiten, zu deiner aktuellen Lebenslage, Zigaretten- oder Alkoholkonsum. Nach dem Gespräch wirst du häufig auch noch körperlich untersucht. Oft werden Herz und Lunge abgehört, dein Puls gemessen sowie Hals, Nase und Rachen kontrolliert. Manchmal findet der Hausarzt dadurch schon die Ursache deiner Schlafprobleme und kann sie selbst behandeln. Falls nicht, wird er dich an einen Facharzt überweisen.

Wenn du noch keinen Hausarzt hast, kannst du online nach Praxen in deiner Nähe suchen. Tipp: Nutze bei deiner Suche nicht nur den Begriff Hausarzt, sondern auch das Stichwort Allgemeinmedizin. Eine gute Anlaufstelle, um einen Hausarzt zu finden, kann auch die Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigungen sein.

Schritt Nr. 3: Welcher Facharzt behandelt deine Schlafprobleme?

Schlafstörungen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Entsprechend vielfältig sind auch die Ärzte und Therapeuten, die bei schlechtem Schlaf helfen können. Die wichtigsten Mediziner im Überblick:

Lungenarzt: Asthma, Schnarchen und Schlafapnoe

Der Facharzt für Lunge und Atmung wird Pneumologe genannt. Er kann vor allem jenen Menschen helfen, die nachts Atemprobleme haben. Seine typischen Patienten haben Asthma oder Schlafapnoe. Da die Atmung und guter Schlaf so eng zusammengehören, arbeiten Pneumologen oft auch in Schlaflaboren.


Die schlafbezogenen Atmungsstörungen gehören zu den häufigsten Ursachen für unruhige Nächte, wobei die Schlafapnoe besonders häufig ist. Bei dieser Erkrankung setzt die Atmung nachts kurzzeitig aus und der Körper schlägt Alarm. Das macht den Schlaf unruhig und wenig erholsam. 
Ein wichtiges Symptom für Schlafapnoe ist unregelmäßiges und lautes Schnarchen. Wenn du dieses Problem hast, kann dir vielleicht ein Lungenfacharzt helfen. Er weiß auch weiter, wenn dich nachts Luftnot, Husten oder ein Engegefühl in der Brust plagen. Das sind typische Anzeichen für die Lungenerkrankung Asthma.

HNO-Arzt: Schlafapnoe und Schnarchen

Ein HNO-Arzt ist spezialisiert auf Hals, Nase und Ohren. Auch diese Ärzte behandeln Personen, die schnarchen oder mit Schlafapnoe, wobei ihr Fokus auf den oberen Atemwegen liegt. Löst zum Beispiel eine Schwellung in der Nase oder ein vergrößertes Zäpfchen im Rachen das Schnarchen aus, weiß der HNO-Arzt weiter und kann dir deine Behandlungsmöglichkeiten erklären.

Bei Schlafapnoe ist eine der gängigsten Behandlungen eine CPAP-Therapie. Dabei trägt der Patient im Schlaf eine Atemmaske, die einen leichten Überdruck in den Atemwegen erzeugt. Dies hilft, die Atemwege offen zu halten und die Atmung zu verbessern. Oft sind es HNO-Ärzte, die diese Atemgeräte an die Bedürfnisse ihrer Patienten anpassen und die Therapie begleiten.

Internist: Sodbrennen, Herzschwäche und Harndrang nachts

Internisten sind Ärzte, die sich auf die Innere Medizin spezialisiert haben. Sie kümmern sich also um die inneren Organe. Da die verschiedenen Organsysteme des Körpers sehr komplex sind, hat die Innere Medizin verschiedene Teilgebiete, die bei unterschiedlichen Schlafproblemen helfen können:

  • Verdauung: Ein Gastroenterologe kümmert sich um die Verdauungsorgane. Diese können den Schlaf stören, wenn zum Beispiel der Magen schmerzt oder der Darm rumort. Auch Sodbrennen kann dich wachhalten: Wenn saurer Mageninhalt im Liegen in die Speiseröhre zurückfließt, reizt das die Schleimhäute und kann so ein schmerzhaftes Brennen auslösen – und dann hilft dir der Gastroenterologe.
 
  • Herz: Ein Kardiologe ist Experte für Herz- und Kreislauf. Etwa ein Drittel aller Menschen mit Herzschwäche hat auch Schlafprobleme, zum Beispiel weil sie nachts öfter zur Toilette müssen. Eine Herzschwäche kann auch die Produktion des Schlafhormons Melatonin verändern.
 
  • Stoffwechsel: Endokrinologen behandeln hormonproduzierende Drüsen, zum Beispiel die Schilddrüse. Eine Unterfunktion der Schilddrüse macht typischerweise müde und antriebslos, während eine Überfunktion eher nervös macht und so etwa das Einschlafen erschweren kann.
 
  • Harnwege: Nephrologen und Urologen kümmern sich um die Nieren und die ableitenden Harnwege – also ums Pipi machen. Nephrologen behandeln Probleme, die von den Nieren ausgehen, während Urologen die harnableitenden Organe versorgen. Wenn du nachts oft aufs Klo musst, kann dir vermutlich einer diesen beiden Fachärzte weiterhelfen.

Psychologe, Psychiater, Psychotherapeut: Wenn die Psyche den Schlaf stört

Schlafstörungen können auch durch psychische Belastungen oder Erkrankungen verursacht oder verstärkt werden. Zum Beispiel können sehr stressige oder belastende Phasen oder Ereignisse, aber auch Krankheiten wie Ess- und Angststörungen oder Depressionen Schlafprobleme verursachen. 

Wenn du das Gefühl hast, dass ein psychisches Problem deinen Schlaf beeinträchtigt, sollst du zunächst deinen Hausarzt aufzusuchen. Dieser kann dir den geeigneten Spezialisten empfehlen. Es ist nämlich gar nicht immer einfach, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Berufsgruppen Psychiater, Psychotherapeut oder Psychologe zu verstehen. Hier sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Psychiater haben Medizin studiert und danach eine Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie absolviert. Sie dürfen Patienten körperlich untersuchen, in Kliniken einweisen oder Medikamente wie Antidepressiva verschreiben.
 
  • Psychotherapeuten behandeln psychische Störungen nicht mit Medikamenten, sondern beispielsweise mit therapeutischen Gesprächen. In Deutschland dürfen nur Personen Psychotherapie anbieten, die eine Berufszulassung gemäß des Psychotherapeutengesetzes haben oder Ärzte mit entsprechender Zusatzausbildung sind.
 
  • Psychologen haben Psychologie studiert und sind somit erstmal Wissenschaftler, die das Denken, Fühlen und Verhalten erforschen. Um als Psychotherapeut zu arbeiten, müssen sie eine mehrjährige Weiterbildung abschließen.
 

Schlafmediziner: Diagnostik, Therapie und Prävention von Schlafstörungen

Nach einem Medizinstudium folgt für viele Ärzte eine Spezialisierung als Facharzt. So werden sie zum Beispiel ein HNO-Arzt oder Kardiologe. Ist die Facharztprüfung geschafft, können die Fachärzte auch noch die Zusatz-Weiterbildung Schlafmedizin absolvieren. Dabei lernen sie in einem Schlaflabor und spezialisieren sich auf die Diagnose, Behandlung und Prävention von Schlafstörungen. Aus diesem Grund kannst du im Schlaflabor auch ganz verschiedene Fachärzte antreffen. Für junge Patienten mit Schlafschwierigkeiten sind etwa Kinder- und Jugendmediziner zur Stelle.

Wenn du ins Schlaflabor geschickt wirst, schläfst du dort in der Regel ein bis zwei, manchmal drei Nächte. Im Schlaf zeichnen Sensoren verschiedene Messwerte auf, etwa deinen Herzschlag, Augenbewegungen, Atemfluss oder Bewegungen. Diese Daten sind die Grundlage, um eine genaue Diagnose zu stellen und eine passende Therapie zu planen – immer mit dem Ziel, deine Schlafprobleme endlich zu überwinden. 

Schlaflosigkeit ist kein Schicksal. Also bitte zögere nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du schlecht schläfst. Dir kann geholfen werden! Und eine gute Nacht mit erholsamem Schlaf ist es immer wert.

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