Wie hart sollte deine Matratze sein? 
So findest du den richtigen Härtegrad für deine Matratze.

Die Matratze ist die Grundlage einer guten Nacht. Doch was macht eine gute Matratze aus? Neben der Qualität der Materialien und der Verarbeitung, dem Preis und Design, ist auch der Härtegrad entscheidend. Von ihm hängt ab, ob du nachts bequem liegst und deine Wirbelsäule gut gestützt wird.

Gerade wenn du schon Rückenschmerzen hast, solltest du darauf achten, dass deine Matratzenhärte genau zu dir passt – zu deinen Schlafgewohnheiten und zu deinem Körperbau. Und so findest du den richtigen Härtegrad für deine Matratze:

Diese Härtegrade gibt es

Der Härtegrad einer Matratze gibt an, wie viel Widerstand sie dem Gewicht des Schläfers entgegensetzt. Wer wenig auf die Waage bringt, braucht auch wenig Widerstand. Wer hingegen viel wiegt, braucht mehr Unterstützung und eine entsprechend härtere Matratze.

Doch leider sind Härtegrade nicht genormt. Jedes Unternehmen kann also selbst entscheiden, wie hart oder weich eine Matratze wirklich ist. Dennoch geben die Angaben der Hersteller Orientierung. Es haben sich vor allem drei verschiedene Härtegrad-Skalen durchgesetzt: weich, mittel und hart, H1 bis H5 und H1 bis 10. Dabei ist H1 immer die weichste Matratze und H5, beziehungsweise H10, die mit dem meisten Widerstand.

Matratzenhärte und der Faktor Gewicht

Für deinen nächsten Matratzenkauf kannst du dir merken, dass leichte Personen eine eher weiche Unterlage brauchen. Schwerere Menschen sollten sich auf eine härtere Matratze verlassen. Wenn du ein eher durchschnittliches Gewicht hast, bist du in der Regel mit den Härtegrad-Mittelwerten gut beraten.

Mittelharte Matratzen sind für die meisten Menschen passend. Das ist auch ein Grund, warum viele mit den sogenannten „One fits all-Matratzen“ gute Erfahrungen machen. Sie passen gut zum Körperbau der Mehrheit. Aber auch für alle anderen gibt es das Passende: Es gibt Hersteller, die sich auf Matratzen für Menschen ab 130 Kilo spezialisiert haben. Andere stellen Matratzen für die speziellen Bedürfnisse von Personen her, die weniger als 50 Kilo wiegen.

Matratzenhärte und der Faktor Schlafposition

Bei der Wahl der richtigen Matratzenhärte solltest du aber nicht nur dein Gewicht berücksichtigen, sondern auch deine Schlafposition. Denn auch die hat Einfluss darauf, welcher Härtegrad am besten zu dir passt ist. Wenn du keine Ahnung hast, wie du nachts liegst, bitte deinen Bettnachbarn um Auskunft oder achte darauf, wie du abends einschläfst und morgens wieder wach wirst. Wahrscheinlich liegst du den Großteil der Nacht in dieser Position.  

Rücken- und Bauchschläfer brauchen einen mittleren bis harten Härtegrad. So wird verhindert, dass ihre Wirbelsäule nach oben oder unten durchhängt oder durchgedrückt wird und dabei  Rückenschmerzen entstehen.

Für Seitenschläfer ist hingegen eine etwas weichere Matratze gut geeignet. So können Schulter und Hüfte besser einsinken und die Wirbelsäule bleibt dennoch in einer Linie. Das ist die nächste Faustregel für deinen Matratzenkauf: Die Matratzenhärte passt perfekt zu dir, wenn deine Wirbelsäule im Liegen gerade bleibt.

Den richtigen Matratzen-Härtegrad finden

Gewicht und Schlafposition sind die beiden wichtigsten Faktoren bei der Wahl der richtigen Härtestufe. Wenn du zwischen zwei Härtegraden schwankst, solltest du eine Matratze am besten Probeliegen. Denn jeder Hersteller kann die Härte seiner Matratzen individuell bestimmen. Beim Probeliegen bekommst du ein besseres Gespür dafür, ob dein favorisierter Hersteller eher harte oder eher weiche Matratzen herstellt – und kannst die richtige Härtegrad-Wahl treffen. Wenn du online bestellt, orientiere dich an authentischen Rezensionen.

Aber auch trotz bester Planung kann dir niemand vor dem Kauf gute Nächte garantieren. Es kann immer passieren, dass du mal danebengreifst und nicht mit dem Schlafgefühl deiner neuen Matratze zufrieden bist. Für genau diesen Fall, bieten die meisten Hersteller inzwischen 100 Nächte Probeschlafen an. So hast du genug Zeit, um eine Matratze zuhause, ohne Hektik, zu testen. Passt sie nicht zu dir, kannst du sie zurückgeben und erhältst Ersatz.

Aber: Gib nicht sofort auf, wenn die ersten Nächte auf einer neuen Matratze keine guten sind. Der Körper braucht Zeit, um sich an die neue Schlafunterlage zu gewöhnen. Dabei kann es sogar zu Nacken- und Rückenschmerzen kommen. Nach ein paar Nächten legen die sich in der Regel aber wieder. Wenn du selbst nach drei Wochen Eingewöhnungszeit noch nicht gut auf deiner neuen Matratze schläfst, passt sie wohl wirklich nicht.

Folgen der falschen Matratzenhärte

Zu harte oder zu weiche Matratzen können verschiedene gesundheitliche Folgen haben. Typisch sind etwa Schlafprobleme und Schmerzen. Gerade eine durchgelegene oder zu weiche Matratze kann Rückenschmerzen verursachen. Der Grund ist der fehlende Widerstand. Das weiche Material der Matratze gibt zu sehr nach, sodass deine Wirbelsäule durchhängen kann. Das kann Rücken- und Gelenkschmerzen auslösen.

Die Lösung ist aber nicht das Gegenteil, die knallharte Matratze. Auch wenn sich dieser Mythos hartnäckig hält. Viele denken, dass man, gerade bei Rückenschmerzen, besonders hart schlafen sollte. Je härter desto besser gar. Doch das ist widerlegt. Richtig ist, dass eine harte Matratze bei Rückenproblemen tendenziell besser ist als eine sehr weiche. Aber sie sollte eben auch nicht zu hart sein. Wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegenspricht, sind für die meisten Menschen mit Rückenschmerzen mittelharte Matratzen ideal.

Eine typische Folge einer zu harten Matratze sind eingeschlafene Hände. Sie fühlen sich nachts dann taub an oder kribbeln. Der Grund ist eine eingeschränkte Durchblutung. Durch den hohen Widerstand der Matratze werden Blutgefäße abgedrückt und Arme und Beine können einschlafen.

Diesen Härtegrad brauchst du

Es gibt leider nicht die eine Antwort auf die Frage, wie hart oder weich deine Matratze sein sollte. Der ideale Härtegrad hängt vor allem von deiner liebsten Schlafposition und deinem Gewicht ab. Ein schwerer Schläfer braucht meist eine festere Matratze als eine eher leichte Person. Bauch- und Seitenschläfer brauchen häufig härtere Matratzen als Seitenschläfer.

Die Leitfäden der Hersteller geben dir Orientierung für die richtige Wahl. Aber am Ende kannst nur du beurteilen, ob du gut auf deiner Matratze schläfst. Um Fehlgriffe zu vermeiden, informiere dich vor einem Matratzenkauf über das Rückgaberecht. Die meisten Hersteller räumen ihren Kunden inzwischen 100 Nächte Probeschlafen ein. Gönne dir am Anfang eine gewisse Eingewöhnungszeit, aber wenn du auch nach drei Wochen noch schlecht schläfst, passt eine Matratze wohl wirklich nicht – und du brauchst bald Ersatz. Denn die richtige Matratze ist die Grundlage deiner guten Nächte.

4 Antworten

  1. Vielen Dank für diesen guten Beitrag! Ich finde es immer schwierig die richtige Matratzenhärte auszuwählen, da bin ich sehr dankbar für die vielen Tipps und Hinweise in ihrem Artikel.

  2. Liebe Katharina,

    vielen Dank für Deinen sehr inspirierenden Beitrag! Die Frage, welche Matratze bei Rückenproblemen, ist oft gar nicht so einfach zu beantworten. Ein Drittel seiner Lebenszeit verbringt der Mensch im Bett, Rückenschmerzen nach dem Schlafen sind da nicht selten. Deine Tipps sind daher sehr nützlich und motivieren ruhig auch etwas Zeit in die Suche nach dem perfekten Schlafsystem zu investieren.

    Liebe Grüsse

  3. Hallo! 🙂

    Leider findet sich kaum etwas für Schläferinnen, die überwiegend Seite UND Rücken schlafen (hin und wieder auch Bauch)…Ich weiß daher nicht, was ich wählen soll. Gibt es dazu Tipps? Würde mich freuen!

    LG
    Susanne

    1. Liebe Susanne,

      vielen Dank für deine Nachricht. Eine mittelharte Matratze sollte eigentlich gut zu deinen Bedürfnissen passen. Als Tipp kann dir noch eine Matratze empfehlen, die ich selbst getestet habe und positive Erfahrungen damit gemacht habe. Hier ist der Link: https://diewillnurschlafen.de/kooperation-blackroll-recovery-base-test/

      Ein Vorteil dieser Matratze ist, dass sie sowohl eine weichere als auch eine festere Seite bietet. Das ermöglicht dir, in aller Ruhe auszuprobieren, welche Seite am besten zu deinen Schlafgewohnheiten passt.

      Herzliche Grüße,
      Katharina

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